Fotos

Tiahuanaco, Bolivien

Diese Bilder von Tiahuanaco, zwi­schen La Paz und dem Titicacasee gelegen, ent­standen auf meiner Bolivien-Reise im Jahr 2009:

Über Tiahuanaco

Tiahuanaco (Aymara‐​Schreibweise: Tiwanaku) ist eine bedeu­tende Ruinenstätte einer Prä‐​Inka‐​Kultur nahe Tiawanacu in Bolivien. Tiahuanaco liegt knapp 4000 Meter über dem Meeresspiegel in der kargen Hochebene des Altiplano, 70 Kilometer westlich von La Paz an der Hauptstraße nach Desaguadero (Grenzübergang nach Peru). Die Ruinen von Tiahuanaco zählen zu den wich­tigsten archäo­lo­gi­schen Stätten in Bolivien und gehören seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Bedeutung des Begriffes ist sinn­gemäß "Setz Dich nieder, kleines Lama". Bis heute wurde erst etwa ein Prozent der Gesamtfläche der eins­tigen Stadt frei­gelegt.

Geschichte von Tiahuanaco

Das his­to­rische Tiahuanaco war das reli­giöse und admi­nis­trative Zentrum von Prä‐​Inka‐​Kulturen rund um den Titicaca‐​See in der Zeit von 1500 v. Chr. bis 1200 n. Chr. Die ersten Besiedlungsspuren stammen aus dem 15. Jh. v. Chr., aber erst um 300 v. Chr. begann Tiahuanaco zu einem Zentrum für Religion und Kultur anzu­wachsen und fand seinen Höhepunkt zwi­schen 600 bis 900 n. Chr.

Durch Altersbestimmung an aus­ge­gra­benen Keramikgegenständen sind chro­no­lo­gische Phasen zu erkennen, die zwi­schen 300 v. Chr. und 1000 n. Chr. liegen. Die Hauptphase der Bebauung konnte zusätzlich durch viel­fache Datierungen mit der C14‐​Methode auf den Zeitraum zwi­schen 600 bis 900 n. Chr. ein­ge­grenzt werden, was mit der Chronologie der Keramikphasen IV und V über­ein­stimmt. In seiner Blütezeit reichte der Einfluss von Tiahuanaco von der pazi­fi­schen Küste, der Atacamawüste, bis zur Provinz Cochabamba sowie Teilen des heu­tigen Argentiniens.

Die bekann­teste Sehenswürdigkeit ist das Sonnentor. Es ist etwa drei Meter hoch und 3,75 m breit und wurde aus einem ein­zigen Andesitblock her­aus­ge­hauen. Nach dem Untergang der Kultur ver­mutlich durch ein Erdbeben umge­stürzt und in zwei Teile zer­brochen, wurde es 1908 wieder auf­ge­richtet. Sein Gewicht wird auf sieben bis zwölf Tonnen geschätzt. An ihm findet sich ein Fries mit einer Gottheit, die zwei Schlangenzepter in den Händen hält. Das mas­ken­hafte Gesicht wird von einem strah­len­för­migen Kopfputz umrahmt. Dieses Motiv befindet sich auch auf der Raimondi‐​Stele aus Chavín de Huántar.

Wenige hundert Meter ent­fernt liegt das Ruinenfeld Puma Punku, dessen äußerst exakt behauene Monolithen zu einem unvoll­endeten Bauwerk der Aymara‐​Kultur gehören sollen. Schon Francisco Pizarro hat 1532 dieses Ruinenfeld besucht.

Als die Inka das Gebiet erreichten, fanden sie Tiahuanaco bereits ver­lassen vor. In der Kolonialzeit wurde das his­to­rische Areal geplündert und bis ins 20. Jahrhundert hinein als Quelle für Baumaterial benutzt.
Fotos: Thomas Gerdes: "Tiahuanaco, Bolivien" (CC BY 4.0)
Text: Wikipedia

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