Bibliothek Geschichte

Biblioteca Nacional Argentina: Digitalisierung der Bestände

Trapalanda, auch als “Ciudad de los Césares” bekannt, ist eine mythische Region in den patagonischen Anden und gleichzeitig der Name des aktuellen Digitalisierungsprojekts der argentinischen Nationalbibliothek (Biblioteca Nacional Argentina).

Trapalanda

Die Legende um die sagenumwobene Stadt beschäftigte auch den deutschen Geografen Hans Steffen. Um 1900 führte er im Auftrag der chilenischen Regierung mehrere Expeditionen in den Anden durch (mehr zu Hans Steffen). Schon 1892 hatte Steffen in der Zeitschrift des Deutschen Wissenschaftlichen Vereins in Santiago de Chile einen Aufsatz zur “Ciudad de los Césares” veröffentlicht:

Hans Steffen: Die Anfänge der Sage von der Ciudad encantada de los Césares, in: Verhandlungen des Deutschen Wissenschaftlichen Vereins zu Santiago, Bd. 2, H. 4 (1892), S. 219-230.

Die Biblioteca Nacional Argentina

Die argentinische Nationalbibliothek wurde im Jahr der Unabhängigkeitserklärung, 1810, zunächst als öffentliche Bibliothek der Stadt Buenos Aires (Biblioteca Pública de Buenos Aires) gegründet. Nach mehreren Umzügen befindet sich das Gebäude der Bibliothek heute im Stadtteil Recoleta. Einer ihrer bekanntesten Direktoren war von 1955 bis 1973 der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges (1899-1986).

Das Digitalisierungsprojekt

Erfreulicherweise stellt die Biblioteca Nacional Argentina seit kurzem einen Teil ihres umfangreichen Bestands als Digitalisate online zur Verfügung. Mit der Benennung der digitalen Bibliothek nach der mythischen Region Trapalanda ist dabei – wie es auf der Website des Projekts heißt – die Utopie verbunden, den Nutzern zukünftig den gesamten Bestand der Bibliothek in digitaler Form zugänglich machen zu können.

Zurzeit können bereits fast 10.000 Bücher, Notenschriften, Tondokumente, Karten, Bilder, Filme und Manuskripte online eingesehen werden.

Die Aven­ida de Mayo in Bue­nos Aires im Jahr 1920(Quelle: Biblio­teca Digi­tal Tra­pa­landa der Biblio­teca Nacio­nal Argen­tina)
Die Aven­ida de Mayo in Bue­nos Aires im Jahr 1920

Der Bestand umfasst unter anderem Dokumente aus der Unabhängigkeitszeit sowie historische Landkarten. In der Fotosammlung finden sich mehrere Postkarten-Kollektionen und weitere Aufnahmen aus Buenos Aires und dem Rest des Landes. Außerdem sind bereits einige Jahrgänge einzelner Zeitungen aus dem Archiv der Bibliothek digitalisiert.

Bild: “Avenida de Mayo” (Harry Grant Olds/Biblio­teca Digi­tal Tra­pa­landa)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.